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Wenn sich das Paar nicht einig ist: So führen Immobilienmakler mehrere Entscheider beim Hauskauf zum Ziel
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Wenn sich das Paar nicht einig ist: So führen Immobilienmakler mehrere Entscheider beim Hauskauf zum Ziel

16. Oktober 20268 Min. Lesezeit

Die Besichtigung lief hervorragend. Sie war begeistert von der Küche, fragte nach der Morgensonne und sah im kleinen Zimmer schon ihr Arbeitszimmer. Dann kam der bekannte Satz: "Gefällt mir sehr, aber ich muss das mit meinem Mann besprechen." Drei Tage vergehen, dann eine Woche, und der Abschluss, der so sicher schien, verläuft im Sand.

Für Immobilienmakler gehört diese Situation zu den frustrierendsten im Alltag. Und gleichzeitig zu den vorhersehbarsten. Ein Immobilienkauf ist fast immer eine gemeinsame Entscheidung: Paare, erwachsene Kinder, Eltern, die beim Eigenkapital helfen, Geschäftspartner, Geschwister. Wer nicht von Anfang an alle Entscheider einbindet, verkauft am Ende an jemanden, der nicht allein entscheidet.

Warum mehrere Entscheider Abschlüsse blockieren

Es fehlt nicht am Interesse, sondern an Abstimmung. Sobald zwei oder mehr Personen entscheiden, entstehen ganz konkrete Probleme:

  • Ungleiche Informationen: Eine Person hat die Immobilie gesehen, die andere kennt nur eine begeisterte (oder skeptische) Beschreibung.
  • Unterschiedliche Prioritäten: Einer will einen Garten, die andere einen kurzen Weg zur Arbeit.
  • Angst vor Fehlern: Bei einem Kauf dieser Größenordnung will niemand für eine falsche Wahl verantwortlich sein.
  • Unsichtbare Stimmen: Die Eltern, die bei der Finanzierung helfen, haben eine Meinung, aber nie mit dem Makler gesprochen.

Die Folge: verschobene Entscheidungen, Zweitbesichtigungen, die nie stattfinden, und Kaufangebote, die zu spät kommen.

Alle Entscheider schon bei der Qualifizierung erkennen

Der richtige Zeitpunkt, um herauszufinden, wer entscheidet, ist vor der ersten Besichtigung. Ein paar einfache, natürliche Fragen klären die meisten Fälle:

  • "Wer ist außer Ihnen noch an der Entscheidung beteiligt?"
  • "Werden weitere Personen in der Immobilie wohnen? Zählt deren Meinung bei der Wahl?"
  • "Hilft jemand aus der Familie bei der Finanzierung oder hat ein Wort mitzureden?"
  • "Wenn Sie das passende Objekt gefunden haben: Wer muss es sehen, bevor Sie ein Angebot abgeben?"

Halten Sie die Antworten im CRM fest: Name jedes Entscheiders, Handynummer, Rolle bei der Entscheidung und Verfügbarkeit. Das wirkt bürokratisch, erspart Ihnen aber die Überraschung, den "anderen Entscheider" erst kurz vor dem Notartermin kennenzulernen.

Die Prioritäten jeder Person erfassen

Ein Paar hat nicht eine Wunschliste, sondern zwei. Manchmal decken sie sich, manchmal widersprechen sie sich. Bitten Sie jede Person, zu trennen zwischen:

  • Muss-Kriterien: Was fehlt, schließt das Objekt aus (Zimmerzahl, maximales Budget, Schulbezirk).
  • Kann-Kriterien: Schön zu haben, aber verhandelbar (Balkon, Stellplatz, oberes Stockwerk).

Fragen Sie nach Möglichkeit getrennt. Oft zeigt sich, dass das Muss-Kriterium der einen Person für die andere nur ein Kann-Kriterium ist, und genau dort liegt der Spielraum für eine Einigung. Mit dieser Liste filtern Sie auch Ihren Bestand besser und schlagen nur Objekte vor, die die Muss-Kriterien beider erfüllen.

Besichtigungen mit allen Beteiligten planen

Die goldene Regel ist einfach: Wann immer möglich, sollten bei der ersten Besichtigung alle Entscheider dabei sein. Schlagen Sie Termine am frühen Abend oder am Samstag vor, bieten Sie zwei konkrete Optionen an und begründen Sie das: "Mir ist es lieber, wenn Sie beide die Wohnung gemeinsam sehen. So entscheiden Sie auf derselben Grundlage, und niemand muss ein zweites Mal kommen."

Lassen sich die Kalender wirklich nicht vereinbaren, sagen Sie den Termin nicht ab. Besichtigen Sie mit der Person, die kommen kann, und bereiten Sie den Weg für die abwesende vor.

Der abwesende Partner: dieselben Informationen liefern

Das größte Risiko beim abwesenden Partner: Er entscheidet auf Basis einer Beschreibung aus zweiter Hand. "Das Wohnzimmer ist groß, aber die Küche ziemlich klein" kann ein Objekt zu Fall bringen, das vor Ort absolut überzeugt hätte.

Die Lösung ist, ihm vor der Zweitbesichtigung ein realistisches Bild zu geben. Ein kurzes Rundgang-Video, mit den Räumen in sinnvoller Reihenfolge und hervorgehobenen Stärken, wirkt viel besser als Dutzende einzelner Fotos per WhatsApp. Mit imovpro.ai erstellen Sie dieses Video in wenigen Minuten aus den Exposé-Fotos und schicken es dem Paar noch am Tag der Besichtigung.

Beispielnachricht: "Hallo Anna, hallo Markus, da Markus heute nicht dabei sein konnte, habe ich ein kurzes Video der Wohnung vorbereitet, das Sie sich in Ruhe gemeinsam ansehen können. Wenn es passt, vereinbare ich eine Zweitbesichtigung am Samstag um 11 oder um 15 Uhr."

So führen Sie eine Besichtigung für zwei

Bei einer gemeinsamen Besichtigung spricht der Makler nicht mit "dem Kunden", sondern mit beiden, und beobachtet beide.

  • Prioritäten zu Beginn wiederholen: "Ich weiß, für Anna ist Helligkeit entscheidend, für Markus der Stellplatz."
  • Jeden Vorzug der richtigen Person zuordnen: die Tiefgarage für Markus, die Südausrichtung für Anna.
  • Raum geben: Ziehen Sie sich zwischendurch zurück und lassen Sie das Paar in einem Zimmer allein sprechen.
  • Körpersprache lesen: Wer strahlt, wer wird still, wer geht noch einmal zurück?
  • Am Ende beide fragen: "Auf einer Skala von null bis zehn: Wo steht diese Wohnung für jeden von Ihnen?"

Neutral vermitteln, keine Partei ergreifen

Wenn das Paar vor Ihnen uneinig ist, liegt es nahe, der entschlosseneren Person recht zu geben. Das ist ein Fehler. Wer sich übergangen fühlt, blockiert den Kauf, egal wie gut das Objekt ist.

Ihre Rolle ist Neutralität und Fakten:

  • Geben Sie die Sorge jeder Person mit ihren eigenen Worten wieder: "Wenn ich richtig verstehe, macht sich Markus Gedanken über den Arbeitsweg."
  • Liefern Sie objektive Daten: Fahrzeiten, Hausgeld, aktuelle Vergleichsverkäufe in der Lage.
  • Trennen Sie Lösbares (Malerarbeiten, Küche) von Strukturellem (Lage, Wohnfläche).
  • Sagen Sie nie zu einem "Sie haben recht". Sagen Sie zu beiden "das ist nachvollziehbar".

Die Entscheidungsmatrix: Emotionen aus der Diskussion nehmen

Stehen zwei oder drei Objekte zur Auswahl, hilft ein einfacher Bewertungsbogen enorm. Listen Sie die gemeinsamen Kriterien auf (Preis, Lage, Fläche, Zustand, Außenbereich, Stellplatz), lassen Sie jede Person die Kriterien gewichten und dann jedes Objekt mit 1 bis 5 bewerten.

Das Ergebnis überrascht selten, aber die Wirkung ist stark: Aus "ich will" wird "was passt am besten zu uns". Und der Makler wird vom Schiedsrichter zum Moderator.

Wenn Eltern oder Familie mitfinanzieren

Wenn Eltern beim Eigenkapital helfen, haben sie ein Mitspracherecht, auch wenn es niemand ausspricht. Sie zu ignorieren ist riskant.

  • Fragen Sie früh, ob die Familie unterstützt und ob diese Personen das Objekt sehen möchten.
  • Laden Sie sie zur Zweitbesichtigung ein, nicht zur ersten, damit die Meinung des Paares nicht untergeht.
  • Bereiten Sie sachliche Argumente vor: Wertentwicklung der Lage, Bausubstanz, laufende Kosten, Energieausweis.
  • Respektieren Sie die Rollen: Das Paar entscheidet, die Familie berät.

Nachfassen, adressiert an beide

Ein häufiger Fehler: nur bei der Person nachzufassen, die die Anfrage gestellt hat. Legen Sie eine WhatsApp-Gruppe mit beiden an oder setzen Sie beide in jede E-Mail.

WhatsApp, am nächsten Tag: "Hallo Anna, hallo Markus, danke für die Besichtigung gestern. Anbei das Video der Wohnung und der Grundriss. Welche Punkte möchten Sie vor Ihrer Entscheidung noch klären?"

E-Mail, drei Tage später: "Liebe Anna, lieber Markus, ich habe die Fahrzeiten zu Ihren beiden Arbeitsplätzen und zwei aktuelle Verkäufe im Nachbarhaus zusammengestellt. Gerne erstelle ich auch einen Vergleich mit der Vierzimmerwohnung vom Dienstag."

Entscheidungsnachricht: "Ein weiterer Interessent hat für Freitag eine Besichtigung angefragt. Wenn Sie überlegen, weiterzugehen, helfe ich Ihnen gerne noch diese Woche beim Kaufangebot."

Von der Besichtigung zum Kaufangebot

Ein Angebot kommt erst, wenn sich beide gehört fühlen. Bevor Sie über Zahlen sprechen, klären Sie mit beiden: "Erfüllt das Objekt Ihre Muss-Kriterien? Was fehlt noch, damit Sie weitergehen?" Zögert eine Person, gehen Sie diesem Zögern nach, bevor Sie weitermachen. Ein Angebot mit einem widerwilligen Entscheider ist der erste Kandidat für einen Rückzieher vor dem Notartermin.

Häufige Fehler

  • Bei der Qualifizierung nicht fragen, wer entscheidet.
  • Mehrere Besichtigungen nur mit einer Person des Paares.
  • In einem Streit Partei ergreifen.
  • Nur einen Entscheider nachfassen.
  • Die mitfinanzierenden Eltern ignorieren.
  • Auf ein Angebot drängen, obwohl eine Person noch nicht überzeugt ist.

Checkliste

  1. Alle Entscheider bei der Qualifizierung erkennen.
  2. Kontaktdaten und Rolle jeder Person im CRM erfassen.
  3. Muss- und Kann-Kriterien jeder Person aufnehmen.
  4. Die erste Besichtigung möglichst mit allen planen.
  5. Dem abwesenden Partner ein Video der Immobilie senden.
  6. Die Besichtigung an beide gerichtet führen.
  7. Mit Fakten vermitteln, nie Partei ergreifen.
  8. Bei mehreren Optionen eine Entscheidungsmatrix nutzen.
  9. Beim Nachfassen alle Entscheider ansprechen.

Häufige Fragen

Was, wenn ein Partner nie zu Besichtigungen kommen kann?

Nutzen Sie Video, einen Videoanruf während der Besichtigung und einen klaren Grundriss. Vor dem Angebot sollten Sie aber auf einen Termin vor Ort bestehen: Niemand sollte eine Immobilie kaufen, die er nie betreten hat.

Sollte ich mit jeder Person einzeln sprechen?

Um Prioritäten zu erfassen, kann das helfen. Bei Entscheidungen und Angeboten sprechen Sie immer mit beiden gleichzeitig.

Wie gehe ich mit einem Partner um, der klar dagegen ist?

Finden Sie den eigentlichen Einwand. Oft ist es nicht das Objekt, sondern die Angst vor dem Preis oder dem Umzug. Antworten Sie mit Fakten und lassen Sie Zeit.

Sollten Eltern an der Verhandlung teilnehmen?

Sie können beraten, aber das Angebot sollte von den Käufern selbst geführt und abgegeben werden.

Fazit

Wenn sich ein Paar nicht einig ist, liegt es selten an der Immobilie. Es liegt an ungleichen Informationen und nicht abgestimmten Prioritäten. Der Makler, der alle Entscheider erkennt, allen dieselben Informationen gibt und neutral vermittelt, macht aus Zögern eine Entscheidung.

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