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Wenn der Abschluss platzt: Wie Sie Verkäufe vor dem Notartermin retten und sichern
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Wenn der Abschluss platzt: Wie Sie Verkäufe vor dem Notartermin retten und sichern

7. August 20267 Min. Lesezeit

Über einen Teil dieses Berufs spricht keine Schulung: der abgeschlossene Deal, den es plötzlich nicht mehr gibt. Das Angebot war angenommen, man hatte sich die Hand gegeben, die Provision war eingeplant — und drei Wochen später ist alles aufgelöst. Das ist keine Seltenheit. In vielen Märkten erreicht ein erheblicher Teil der angenommenen Angebote nie den Notartermin. Der Unterschied zwischen einem Makler, der diese Geschäfte verliert, und einem, der sie rettet, ist selten Glück: Es ist ein festes Vorgehen für die Zeit zwischen Zusage und Unterschrift.

Ursache 1: Die Finanzierung hält nicht

Der häufigste Grund. Der Käufer hatte eine „Zusage", die in Wahrheit eine Simulation war, hat mitten im Prozess den Job gewechselt, ein Auto finanziert und damit seine Haushaltsrechnung gekippt — oder die Bank hat das Risiko neu bewertet.

Vorbeugen: Akzeptieren Sie niemals „Die Finanzierung steht" als Antwort. Verlangen Sie das Dokument, kennen Sie Bank, genehmigte Summe, Gültigkeit und Bedingungen. Sprechen Sie direkt mit dem Finanzierungsberater. Und geben Sie jedem Käufer den Satz mit, der Deals rettet: Bis zur Beurkundung kein Jobwechsel, kein neuer Kredit, keine großen Kontobewegungen.

Retten: Wenn die Finanzierung kippt, melden Sie das Scheitern nicht dem Verkäufer, bevor Sie Alternativen haben. Prüfen Sie innerhalb von 48 Stunden zwei weitere Banken, einen Bürgen oder ob eine kleine Preisanpassung die Summe finanzierbar macht. Viele „verlorene" Geschäfte überleben bei einer anderen Bank.

Ursache 2: Der Wert liegt unter dem Kaufpreis

Die Bank bewertet die Immobilie unter dem vereinbarten Preis. Der Kredit folgt der Bewertung, nicht dem Preis — und es entsteht eine Lücke, die jemand schließen muss.

Vorbeugen: Liegt der vereinbarte Preis deutlich über vergleichbaren Verkäufen der Lage, wird genau das passieren. Rechnen Sie damit. Bereiten Sie die Vergleichsanalyse mit echten Transaktionen vor und geben Sie sie dem Gutachter beim Termin — korrekte Daten verhindern defensive Bewertungen.

Retten: Legen Sie alle drei Auswege gemeinsam auf den Tisch, nie nacheinander: Der Verkäufer geht auf den Bewertungswert, der Käufer bringt die Differenz aus Eigenkapital ein, oder man teilt sie. Mit konkreten Zahlen einigen sich die meisten Parteien in der Mitte.

Ursache 3: Das Gutachten, das alle erschreckt

Der Bericht nennt Feuchtigkeit, alte Leitungen, ein Dach am Ende seiner Lebensdauer oder eine ungenehmigte Baumaßnahme — und der Käufer gerät in Panik.

Vorbeugen: Kennen Sie die Mängel, bevor die Immobilie an den Markt geht, und behandeln Sie sie als Information, nicht als Geheimnis. Ein von Ihnen offengelegtes Problem ist eine verhandelte Bedingung; dasselbe Problem, vom Käufer entdeckt, ist ein Vertrauensbruch.

Retten: Trennen Sie strukturelle Mängel von normaler Instandhaltung. Übersetzen Sie alles in echte Angebote von zwei Handwerkern. „Da ist Feuchtigkeit" tötet Deals; „Das sind 1.800 Euro Sanierung, davon übernimmt der Verkäufer die Hälfte" schließt sie ab.

Ursache 4: Unterlagen, die niemand geprüft hat

Fehlende Baugenehmigung, abweichende Wohnfläche, ungeteilte Erbengemeinschaft, nicht gelöschte Grundschuld, Anbauten ohne Genehmigung. Das zeigt sich nicht am Tag des Angebots, sondern zwei Wochen vor dem Notartermin, wenn keine Zeit mehr bleibt.

Vorbeugen: Fordern Sie die vollständigen Unterlagen beim Objektauftrag, nicht beim Verkauf. Grundbuchauszug, Flurkarte, Bau- und Nutzungsunterlagen, Energieausweis und, wo relevant, Protokolle der Eigentümerversammlung sowie Nachweis gezahlter Hausgelder. Ein Arbeitstag bei der Akquise erspart drei Wochen Krise.

Ursache 5: Emotionale Zweifel

Die am meisten unterschätzte Ursache. Niemand steigt aus mit den Worten „Ich habe Angst bekommen" — man sagt, man habe etwas anderes gefunden, der Markt falle bald, die Mutter finde den Preis zu hoch. Ein Hauskauf ist die größte finanzielle Entscheidung der meisten Familien, und Schweigen nährt Zweifel.

Vorbeugen: Routinekontakt alle zwei Tage, auch ohne Neuigkeiten. „Von der Bank noch nichts, der Ablauf ist normal, ich melde mich Mittwoch." Wer informiert ist, gerät nicht in Panik. Und bestärken Sie die Entscheidung: Erinnern Sie daran, warum genau dieses Haus gewählt wurde.

Das Vorgehen, das Abschlüsse rettet

Zwischen Angebot und Beurkundung arbeitet ein professioneller Makler mit einem Kalender, nicht mit Hoffnung: Frist für jede Bedingung, wer liefert was bis wann, terminierter Kontakt zu Käufer, Verkäufer, Bank und Notar, und ein Alarm, sobald ein Datum ohne Bestätigung verstreicht. Das ist Steuerungsarbeit, kein Verkauf — und dort entscheidet sich ein spürbarer Teil des Jahresumsatzes.

Es ist auch die Arbeit, die als Erstes liegen bleibt, wenn fünf Vorgänge gleichzeitig laufen. Jeden Schritt dokumentieren, vor jeder Frist automatisch erinnern, alle Beteiligten ohne Gedächtnisleistung informieren und auf einem Bildschirm sehen, welcher Vorgang seit drei Tagen stillsteht — das ist der Unterschied zwischen vielen geplatzten Deals und fast keinen.

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